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Erwartungen prüfen und ausweiten.

Wie definiert die fördernde Institution Geschlecht? Welcher Lebensbereich (Arbeit, Gesundheit, Familie, …) wird wie betrachtet? Mit welchen anderen marginalisierten Gruppen könnte hier gearbeitet werden?

Bei der Ausschreibung von Förderungen wird oft verlangt, auch geschlechterpolitische Themen zu bearbeiten – häufig basierend auf stereotyp binären Ideen. Die Beforschung von Geschlechterfragen bedeutet nach wie vor oft, Frauenthemen aus einem essentialistischen1 Blickwinkel zu betrachten – obwohl viele andere geschlechterpolitische Themen existieren.

Ausschreibungen durch die Linsen von Intersektionalität2 und Verteilungsgerechtigkeit zu betrachten, könnte z.B. ermög­lichen, Männlichkeit(en) und ihre scheinbare Unvereinbarkeit mit emotionaler/medizinischer/mentaler Gesundheit oder spe­zifischen Berufen oder Themen zu beforschen.


  1. Essentialismus nimmt an, dass es ein strikt binäres, unveränderbares, komplementäres Set an Genitalien gibt, das genau mit Geschlecht, erlern­tem Verhalten und sozialen Rollen übereinstimmt.↩︎

  2. Aufgrund mehrfacher Marginalisierung erfahrene Diskriminierung ergibt eigene Formen von Benachteiligung. Schwarze Frauen bspw. erfahren andere Diskriminierung als weiße Frauen, aber auch andere als Schwarze Männer.↩︎